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09.01.2018
Von: Franz Wagner (DNT)

Mitreißendes Musik-Menü beim Neujahrskonzert

Musikalische Glanzpunkte, vertonte Bilder, klassische Themen, Filmmusik, Polka, Marsch, Rock, Pop und Slapstick-Einlage begeistern die Zuhörer. 97 Akteure ernten langanhaltendem Applaus.

Eine großartige und fantastische Leistung lieferten die Musikerinnen und Musiker der Jugendblaskapelle Nabburg am Samstag in der Nordgauhalle beim Neujahrskonzert. Unter der Regie der Dirigenten Markus Ferstl und Karin Raab erlebten über 600 Besucher einen starken Klangkörper, der durch gefühlvolle Intonation und saubere Artikulation überzeugte. Verblüfft und überrascht von der klanglichen Vielfalt und dem technischen Vermögen des Orchesters zollten die Zuhörer reichlich verdienten Applaus.

Nabburg. (bph) Äußerst klangstark und abwechslungsreich startete das Ensemble mit dem ersten Konzertmarsch „Domi Adventus“ in das neue Jahr und setzten damit einen ersten musikalischen Glanzpunkt. Der Allgäuer Komponist Alexander Pfluger beschreibt facettenreich und bewegt die abenteuerliche Heimreise des niederländischen Seefahrer Abel Tasman von seiner Entdeckungsreise an das andere Ende der Welt. Diesem effektvollen Einstieg folgte ein Programm mit Überraschungen.

Viel zu entdecken gab es bei "IMAGASY“, einem modernen Tonbild von Thiemo Kraas. Moderatorin Nadine Plößl  mutmaßte darin ein japanische Geheimorganisation, die Imagasy, wie Images - Bilder, oder Phantasie wie Fantasy. Der Komponist selbst dazu: „Die Phantasie ist sicherlich eines der schönsten Geschenke, die uns gegeben wurden. Es liegt an uns selbst, dieser die Möglichkeit zu geben, sich zu entfalten oder in der Realität der heutigen Welt unterzugehen.“

Unvergessen für die meisten im Saal der brillante Komödiant Charles Chaplin mit seinem unverwechselbaren gleitenden Gang; er schrieb auch selbst die Musik zu seinen Filmen. Eine gelungene Auswahl der wohl bekanntesten Melodien, arrangiert von Marcel Peeters, brachte das Orchester fulminant zu Gehör, schaffte es, in eine ganz andere Zeit zu entführen und mit integrierten Solis eine besondere Stimmung zu zaubern.

Mit „Three Times Blood“ vertonte der Oberösterreicher Fritz Neuböck drei Bilder seines Malerfreundes Stefan Feuchtner. „Eisblut“, in Blautönen gehalten, schildert das Eindringen des Menschen in die Antarktis und den Krieg gegen die dortigen Tiere, wo aber am Ende die wunderschöne, eisige Natur triumphiert, In „Erdenblut“, mit warmen, dunkleren Farben, liegt Afrika zu Grunde, wo schon viel Leid an Mensch und Natur geschehen ist, aber trotzdem noch erstaunlich viel Natur und Friede zu finden ist. Die Farben von „Sonnenblut“ machen Hoffnung, dass am Ende doch ein neben- und miteinander von Mensch und Natur möglich ist. Mit der schmissigen „Heublumen-Polka“ von Kurt Gäble verabschiedete sich das Ensemble in die verdiente Pause.

Im zweiten Teil präsentierte der Nachwuchs ein heiteres Musikstück - "CATALUNA“ mit spanisch-katalonischem Einfluss auf Rhythmik und Harmonik unter der Leitung von Karin Raab schon sehr gekonnt. In der Mitte der 60er Jahre schrieb Leonhard Bernstein eines der wohl bekanntesten Musicals überhaupt - die „West-Side-Story“, wo sich rivalisierende Jugendbanden erbitterte Straßenkämpfe lieferten. Die 31 Jungmusiker glänzten im Kampf gegen die Noten und bewiesen, dass es um den Nachwuchs bestens bestellt ist. Danach überraschte die Nordbayerischer Bläserjugend den Verein mit dem "Junior Award 2018", einer nicht alltäglichen Auszeichnung (Bericht folgt).

Mit der Zugabe "Music" verabschiedete sich das Nachwuchsorchester. John Miles beschrieb im Songtext zu diesem Lied die Musik als seine erste und auch letzte Liebe. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dürfte jeder Musikant im Saal diesen Titel schon einmal selbst gespielt haben. Auch dafür war der riesige Beifall vollauf verdient. Nach kurzer Umbaupause präsentierten sieben hochmotivierte Blechbläser das bis zum Schluss geheim gehaltenen "Proxjekt-X-2018". Gesten- und pointenreich zeigten sie in einem musikalischen Slapstick-Auftritt ihre nicht ganz ernst zunehmenden „Vorbereitungen“ auf die kommenden Olympischen Spiele.

„21st Century Breakdown“ aus dem achten Studioalbum der amerikanischen Punkrock-Band”. Green Day”, ein Arrangement von Justin Williams, beinhaltete Featuring Song, Viva la Gloria, Last Night on Earth und Know Your Enemy. Mit „Moby Dick” des Komponisten Michael Geisler befasste sich das das große Orchester mit einem klassischen Thema. In spanungsgeladenen, dramatisch anmutenden Klängen wurde die Jagd des Todfeindes Kapitän Ahab auf den verhassten weißen Wal widergegeben.

Das Popmusik-Medley „80er KULT(tour)“ meisterlich arrangiert von Thiemo Kraas erinnerte die Zuhörer an „Skandal im Sperrbezirk“, "Ohne dich schlaf ich..“, „1000 und 1 Nach“, „Sternenhimmel“ und „Rock Me Amadeus“. Mit dem schwungvollen Marsch „Kaiserin Sissi“ aus der Feder von Timo Dellweg verabschiedete sich das Orchester von seinen begeisterten Gästen. Verständlich, dass es ohne Zugaben nicht ging. Den langanhaltenden Applaus belohnten die 97 Akteure mit der Polka „Böhmische Liebe". Der „Rainer Marsch“ mit Gesang setzte traditionell den Schlusspunkt und beendete einen gelungen Konzertabend.


© Jugendblaskapelle Nabburg e.V. 2018