Bei den turnusmäßigen Neuwahlen wurde dem „Präsi-Trio“ mit Vorsitzenden Joseph Ferstl (links) und seinen Stellvertretern Martin Ram (nicht im Bild) und Sebastian Zimmermann (5.v.links) erneut das Vertrauen ausgesprochen. Die Kasse bliebt in den bewährten Händen von Herbert Werner (6.v.rechts) und Anja Bierler (3.v.links). Ein Wechsel vollzog sich bei dem Mitglieder- und Elternsprechern.

RÜCKBLICK und AUSBLICK

Sie hätten sich gerne mit großem Eifer der Aufgabe verschrieben, Noten in wohlklingende Töne zu verwandeln, wäre da nicht das Virus hinderlich gewesen. Die Rede ist von den Musikerinnen und Musiker der Jugendblaskapelle (JBKN), die ihren begeisterten Zuhörern immer wieder große Freude bereiten. Trotz erheblicher Einschränkungen durch Corona haben sie es dennoch geschafft, in einer schwierigen Zeit Zuversicht und Lebensfreude zu vermitteln.

Musikalischer Leiter Markus Ferstl erwähnte in seiner Rückschau auf 2020 die einzelnen Besetzungen: Das Konzertorchester unter seiner Stabführung mit 101 Aktiven, Nabburger Blasmusik unter der Leitung von Josef Weber mit einem Pool von 60 Bläsern, das Nachwuchsorchester zählt 35 Jungmusiker. Die Bläserklasse 18 wurde heuer ins Nachwuchsorchester integriert und die Bläserklasse 2021 befindet sich im Aufbau. Die Einzelunterrichte unterlagen wegen Covid Zwangspausen oder sie fanden online statt. Proben der JBKN und des NWO gab es soweit im Lockdown möglich. Im vergangenen September und Oktober dann mit viel Abstand in der Nordgauhalle.

„Das Neujahrskonzert lockte über 500 Besucher in die Nordgauhalle“, freute sich der Dirigent. Es folgten noch die Sportlerehrung des Landkreises und der Weiberfasching mit Kleinbesetzung. Ab dann brach alles ein und es gab pandemiebedingt nur noch kirchliche Auftritte in Kleinstbesetzungen an Fronleichnam, der Gottesdienst beim Patrozinium in Perschen, die Gestaltung der Messfeier bei der Kirwa in Brudersdorf und die musikalische Gestaltung des Erntedankfestes. Drei Ensembles mit wechselnden Besetzungen stellte die Kapelle für die Gottesdienste an Weihnachten und vier an Neujahr sowie zu Ostern.

Die Vereinsjugend berichtete über eine Reihe außermusikalischer Aktionen die in den Corona-Pausen möglich waren: Veterano-Preisschafkopf, JBKN-Faschingsprobe, Tagesskifahrt nach Mayrhofen im Zillertal, Kegelnachmittag beim Turnverein Nabburg und ein Spoosau-Fest. In diesem Jahr konnte im Rahmen einer Jugendfreizeit bisher nur die Fahrt zur Luisenburg mit dem Besuch des Musical Pinocchio stattfinden.

Vorsitzender Joseph Ferstl informierte in seiner Bilanz über einem Mitgliederstand von aktuell 241 Personen, davon spielen 131 aktive Musikerinnen und Musiker im Durchschnittsalter von 23 Jahren. Wobei er einschränkte, dass erst in der Spielsaison 2021/2022 offenkundig werden wird, welche Verluste Corona-bedingt tatsächlich zu beklagen seien. Den Verein unterstützen 110 passive Mitglieder zuzüglich 98 Mitglieder des Fördervereines der JBKN. Der Vorsitzende dankte insbesondere den Dirigenten und ehrenamtlichen Ausbildern für das gezeigte Engagement in einer äußerst schwierigen Zeit. Getränkewarte, Reinigungskraft, Bekleidungswartin und Notenwart schloss er ebenfalls mit ein.

Dreh- und Angelpunkt der „Musikerfamilie“ sei laut Joseph Ferstl das Musikerheim Sankt Angelus mit Notenarchiv und Inventar. Hier finden zu „normalen Zeiten“ durchschnittlich 50 Unterrichtseinheit wöchentlich statt. Im Nebengebäude erfolge die Lagerung der Ausstattung für „Festbetriebe“ und auch im Kellerraum mittelalterliche Gewänder und Festbedarf, Uniformen (alt), Archiv (Rechnungen) sowie Ausstattungsreserven. „Mittelfristig sollte dringend auch ein Büroraum angestrebt werden“, so Ferstl dazu.

„Wir sind schuldenfrei“, konnte Rechnungsführer Herbert Werner berichten, der gleichzeitig auch für Steuerangelegenheiten und Sozialabgaben verantwortlich zeichnet. Die Jahresrechnung 2020 weise ein deutliches Plus auf, da viele geplante Maßnahmen ausfallen mussten. Mit diesem Rücklagenpolster sei es möglich, die anfallenden laufenden Betriebskosten trotz Corona zu decken. Es erlaube auch die Finanzierung verschiedener Projekte, wie eine neue Bläserklasse anzugreifen, obgleich die erwarteten Honorare aus Auftritten vollständig weggebrochen sind. Großer Dank gilt den Nabburger Firmen und Sponsoren, die dabei halfen, den Ausfall zu kompensieren.

Für die Spieleinsätze in der Pfarrgemeinde dankte Pfarrer Hannes Lorenz. Auf die Kapelle war auch in den Wirren des Lockdowns immer Verlass, fügte er an. Die Umrahmung der kirchlichen Hochfeste durch kleine Besetzungen waren wertvolle mutmachende Signale für die Gottesdienstbesucher. „Respekt für Eure Tätigkeit“, fügte 3. Bürgermeister Johann Kleber an und zeigte sich beeindruckt von der der tollen Bilanz. Als hervorragender Botschafter Nabburgs könne die Kapelle auch in Zukunft mit der Unterstützung der Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten rechnen.

Ohne ihre „starkes Team“ möchte die Jugendblaskapelle auch nicht im Jubiläumsjahr 2022 sein. Mit einem einstimmigen Votum gab die große „Musikerfamilie“ ihrer Vorstandschaft mit nur geringfügigem Wechsel in den Funktionen erneut das Vertrauen. Der 50. Geburtstag soll am 28. und 29. Mai 2022 als OpenAir-Musikfest auf dem Vorplatz der Nordgauhalle gefeiert werden. Am 08. Januar lädt die Kapelle zum Neujahrskonzert ein und am 02. April wird das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr zu einem Benefizkonzert erwartet.