< Ehre wem Ehre gebührt
16.04.2019
Von: Der Neue Tag, 16.04.2019

Wenn Ohren Augen machen

Die Musiker mit dem Edelweiß nehmen das Publikum mit auf eine buchstäblich "bezaubernde" Reise: 400 Zuhörer lassen sich vom Benefizkonzert begeistern.

Das Gebirgsmusikkorps Garmisch-Partenkirchen unter Leitung von Oberstleutnant Karl Kriner begeisterte die Zuhörer beim Benefizkonzert mit Spielfreude und perfekter Klangfülle.

Als besonders authentischen Fanfarenmarsch und einem der ältesten Armeemärsche präsentierte das Ensemble „Herzog von Braunschweig“. Vor allem die Fanfaren und die Pauken gaben hierbei den Ton an.

Der junge Tenorhornist Oberfeldwebel Johannes Mimler glänzte bei dem Titel "Erinnerungen an Altrei" mit einem lupenreinen Solo auf dem Alphorn.

Der Erlös wird den veranstaltenden Kapellen aus Nabburg und Fensterbach für deren Jugendarbeit zur Verfügung gestellt. Zusammen mit den beiden Vorsitzenden Joseph Ferstl (rechts) und Hubert Schleicher (links) bedankten sich auch die Schirmherren des Abends, Bürgermeister Armin Schärtl, Nabburg, (2. von rechts) und Bürgermeister Christian Ziegler, Fensterbach, (2. von links) beim Leiter des Gebirgsmusikkorps, Oberstleutnant Karl Kriner (Bildmitte).

„Ihre Ohren werden Augen machen“, kündigte Joseph Ferstl von der Jugendblaskapelle das knapp 60-köpfige symphonische Blasorchester am Mittwoch an. Das „musikalische Überraschungsmenu“, wie er es titulierte, werde vom „Chefkoch“, Oberstleutnant Karl Kriner persönlich, und seinem "Küchenteam", den Musikerinnen und Musikern des Militärorchesters, serviert. Geboten waren in den mehr als zwei Stunden Marschmusik in Vollendung, aber auch sinfonische Werke mit großer Bandbreite.

Der Dirigent hatte für den Abend in Nabburg Werke ausgesucht, welche das Wort „Zauber“ beinhalteten. Er leitete mit sichtlichem Vergnügen durch das kurzweilige Programm, erläuterte dabei Herkunft und Geschichte der einzelnen Werke. Los ging es beschwingt mit „Zauber der Montur“, einem Marsch aus der Feder von Carl Ziehrer, seines Zeichens Kapellmeister am Hof der östereichisch-ungarischen Monarchie in Wien. Es waren nicht nur die „zackigen Töne“, die in der Nordgauhalle ein einzigartiges Flair zauberten.

Bei der Ouvertüre zur Mozart-Oper „Die Zauberflöte“ brillierten die Holzbläser mit viel Feingefühl. Und dass die Musiker wirklich „Meister“ ihres Faches sind, das wurde im Anschluss bei der wohl populärsten Ballade von Johann Wolfgang von Goethe deutlich - „Der Zauberlehrling“. Vor dem inneren Auge tauchten die Bilder auf, die den armen Lehrling heimsuchten, nachdem er den Zauberspruch des Meisters ausprobiert hatte. Man hörte regelrecht, wie der Besen nicht mehr zu stoppen war und die Situation außer Kontrolle geriet. Gelungen die Widergabe der Vertonung der Goethe-Ballade des Komponisten Paul Dukas.

Als besonders authentischen Fanfarenmarsch und einem der ältesten Armeemärsche präsentierte das Ensemble „Herzog von Braunschweig“. Vor allem die vier Fanfaren und die Pauken gaben hierbei den Ton an. Wundervoll beschwingt ging es dann mit bekannten Melodien aus dem Musical „Der Zauberer von Oz“ in die Pause. Deutlich dabei herausragend die Musik „Over the Rainbow“ von Harold Arlen, einem der erfolgreichsten Schreiber für Filmmelodien.

Auch im zweiten Teil des grandiosen Abends legte das symphonische Blasorchester viel Wert auf konzertante Themen. Beim ungarischen Marsch von Hector Berlioz (auch Rákóczi-Marsch“) intonierten die Musiker ein populäres Stück ungarischer Volksmusik. Heutzutage wird der Marsch häufig bei staatlichen und militärischen Feierlichkeiten gespielt. Mitten in die Zauberwelt entführt wurden die Zuhörer bei „Harry Potter Simphonic Suite“. Gekonnt musikalische umgesetzt wurde der „Manegenzauber“ von Manfred Gätiens. Die witzigen Soli der Posaune kündeten die vielen „Attraktionen“ an. Da hörte man Pferde galoppieren, Elefanten trampeln und grazile Seiltänzer am imaginären Trapez durch die Lüfte wirbeln. Zu bestaunen war hier die Brillanz und Vielseitigkeit der Solisten.

Mit dem „Solothurner Marsch“ von Stephan Jäggi entführte die Formation in südliche Regionen, genauer in die freiheitsliebende Schweiz, mit ihren Eigenarten. Beim „Alphornzauber“ aus der Feder von Hans-Reiner Schmidt verarbeitete der Komponist seine Eindrücke von Altrei, wobei Johannes Mimler als Solist am Alphorn das Publikum begeisterte. Der schwungvolle Marsch von Julius Fucik spiegelt „Erinnerungen an Trient“ wider - und großartige Erinnerungen an einen ungewöhnlichen und vielseitigen Konzertabend sind damit garantiert.

Zwei Zugaben konnten die Zuhörer dem Orchester mit Standing Ovationen entlocken, dann wartete schon der Bus und die vierstündige Heimreise auf die Musiker. Mit dem "Garmischer Gebirgsjägermarsch" von Theo Banholzer ging es in die Endrunde. Zum krönenden Abschluss des Abends zelebrierten 150 Bläser aus Garmisch, Fensterbach und Nabburg die Erkennungsmelodie der Gebirgsmusiker, den „Kaiserjäger-Marsch“ vor einem begeisterten Publikum.


© Jugendblaskapelle Nabburg e.V. 2019