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18.01.2018
Von: Der Neue Tag, 18.01.2018

Motor der Blaskapelle

Joseph Ferstl seit 40 Jahren Vorsitzender | Beim Konzert in der Nordgauhalle würdigen zwei langjährige Weggefährten die Verdienste des Langzeitvorsitzenden.

Für sein 40 Jahre langes Engagement als Vorsitzender wurde Joseph Ferstl beim Konzert der Jugendblaskapelle in der Nordgauhalle ausgezeichnet. Bild: bph

Musik und musizieren aber auch der Umgang mit jungen Menschen liegen ihm: Joseph Ferstl ist seit vier Jahrzehnten ununterbrochen Chef der Jugendblaskapelle Nabburg. Beim Konzert der Blaskapelle in der Nordgauhalle würdigen zwei langjährige Weggefährten die Verdienste des Langzeitvorsitzenden.

Der "unermüdliche Motor der Jugendblaskapelle", wie ihn Gerhard Engel, der Bezirksvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes einmal bezeichnete, begann seine Laufbahn 1975 in dem 1972 aus der Taufe gehobenen Verein nicht als Musiker, sondern als Kassier. Vom Pfarrgemeinderat, dem damaligen Träger der Kapelle, wurde er 1977 zu deren Organisationsleiter berufen. Seit dieser Zeit liegen die Geschicke der Jugendblaskapelle in seinen Händen. Sebastian Ram, sechs Jahre stellvertretender Vorsitzender, erinnerte sich noch genau an den Tag im März 1981, als Joseph Ferstl nach dem Beschluss einer neuen Satzung zum Vorsitzenden gewählt wurde. Bis heute sei mit ihm ein Mann an der Spitze des Vereins, der auch immer aufgeschlossen gegenüber neuen Herausforderungen gewesen sei. 1983 lernte er zum Beispiel die Tuba, um einen damaligen Engpass in der Besetzung zu überbrücken.Neben Durchhaltevermögen sei es der wohlwollende Überblick, der Ferstl viele Sympathien einbringe, betonte Ram in seiner Laudatio. Gerade sein Organisationstalent, sein Geschick im Umgang mit jungen Menschen und die positive menschliche Ausstrahlung zeichnen ihn aus. In Reimform erinnerte Peter Landgraf - acht Jahre Stellvertreter und 22 Jahre Ausbilder - humorvoll daran, mit welcher Sorgfalt und Weitsicht Joseph Ferstl immer zu Werke ging.Er rief eine Reise nach Rom in Erinnerung, wo der Vorsitzende an alle Teilnehmer appellierte, Instrumente und Koffer nicht zu vergessen und beim Einladen mit Hand anlegte. "Joseph Ferstl war der Einzige, der seinen Koffer im Hotelfoyer hat stehen lassen", erinnerte sich der Redner. Und wer es im Saal der Nordgauhalle an diesem Abend noch nicht wusste, den ließ er wissen: "Der Verein ist sein Ein und Alles". Mit ihm hätte die Kapelle viel erreicht, schloss er."Er ist ein richtig guter Kerl, unser Präsident", fügte der stellvertretende Vorsitzende Martin Ram an. Eigentlich wollte Ferstl die vier Dekaden seiner eigenen Amtszeit übergehen, doch bei den Weggefährten hatte er keine Chance. "Wir können doch nicht darüber hinwegsehen", meinte sein Stellvertreter und bezeichnete den Mann an der Spitze als "Motivator". Gerührt dankte Ferstl für die "gemeinsame schöne und aufregende Zeit mit Euch". Die Liebe zur Musik habe ihn in all den Jahren diese Tätigkeit übernehmen lassen. Dass er dieses Amt so lange und so gerne ausfülle, liege mit daran, dass er sich immer auf ein tolles Mitarbeiterteam verlassen könne und die Musiker ganz wertvolle Menschen seien. Diese wiederum bedanken sich in der Zugabe "Böhmische Liebe" mit einem speziell für den Jubilar gedichteten Liedtext.


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